blindekuh – mehr als ein restaurant
In der blindekuh lassen sich Sehende auf die Dunkelheit ein. Die blinden und sehbehinderten Mitarbeitenden, die Profis im Dunkeln, ermöglichen den Gästen, für einen Moment in ihre Welt einzutauchen. Beim Essen, bei Kulturanlässen oder Ausbildungs-Veranstaltungen lernt der Besucher sich und seine Umgebung neu kennen.
Finanziell wird die blindekuh von der Stiftung Blind-Liecht getragen. Die blindekuh ist eine wichtige Arbeitgeberin für Blinde in der Schweiz. Seit September 1999 gibt es die blindekuh Zürich, im März 2005 hat die blindekuh Basel ihre Türen geöffnet und seit Januar 2010 besitzt die blindekuh Basel eine BarLounge und einen Eventraum im Hellen.
Geschichte
Die Idee blindekuh entstand 1998 während der Ausstellung "Dialog im Dunkeln" im Zürcher Museum für Gestaltung. Sehenden das Blind-Sein näher zu bringen stand dabei im Zentrum. Aufgrund des grossen Interesses der Besucher und der Möglichkeit, blinden Menschen Arbeitsplätze zu Verfügung zu stellen, wurde die Idee blindekuh geboren. Von Sehbehinderten wurde 1998 die Stiftung "Blind-Liecht" gegründet. In einer ehemaligen Methodistenkapelle im Zürcher Seefeld entstand 1999 ein Restaurant, eine Bar und eine Plattform für Bildung und Kultur im Dunkeln. Zur gleichen Zeit wurde auch das Konzept für die Expo.02 erstellt. Der blindekuh-Pavillon auf der Arteplage Murten war eines der erfolgreichsten Projekte der Landesaustellung. Im März 2005 wurde die blindekuh Basel eröffnet und im Januar 2010 wurden im Obergeschoss der blindekuh Basel eine BarLounge und ein Eventraum im Hellen eröffnet.
Wichtige Blinden-Arbeitgeberin in der Schweiz
Sehbehinderte und Blinde gehören auf dem Arbeitsmarkt zu den schwieriger zu vermittelnden Personen. Im Gegensatz zu einer üblichen Stelle ist die Behinderung der Servicefachangestellten in der blindekuh eine Schlüsselqualifikation, deren Einsatz grundlegend zum Erfolg der blindekuh beiträgt. In Zürich und Basel arbeiten über 30 blinde und sehbehinderte Menschen.
Restaurant
Den Küchenchefs sind saisonale und frische Produkte wichtig, deshalb wechselt das Speiseangebot wöchentlich. Die Preise der Speisen und Getränke entsprechen Marktpreisen, wie sie in anderen Restaurants in Zürich oder Basel üblich sind.
Bar
In der Bar in Zürich werden Drinks und Häppchen serviert. Für Gäste, die nicht während eines ganzen Essens im Dunkeln sein wollen, empfiehlt sich ein Bar-Besuch.
Kultur
Das Kulturprogramm bietet Kultur aus den Sparten Musik, Theater und Literatur. Die Kunstschaffenden stellen sich der besonderen Herausforderung der Inszenierung im Dunkeln; unkonventionelle Vorgehensweisen zeichnen die Künstler aus. Vom Zuhörer wird auch einiges erwartet. Offenheit und Interesse, Kultur anders zu erleben. Da im Dunkeln visuelle Reize entfallen, ist das Ohr sensibler und bietet einen ungewohnten Hörgenuss. In der Regel finden zwei bis drei Kulturveranstaltungen pro Monat statt, meistens mit einem Nachtessen kombiniert. Die Kulturveranstaltungen werden von verschiedenen Organisationen und Stiftungen finanziell unterstützt.
Bildung
Das Kursangebot beinhaltet verschiedene Module, die vom Sinnesparcours über Kommunikations-Kurse, bis hin zu Konfliktmanagement-Kursen reichen. Die Dunkelheit ermöglicht eine Plattform, die verborgene Fähigkeiten zum Vorschein bringt, typische Verhaltensweisen aufzeigt und den Stellenwert der Sprache erhöht. Die Seminarleiter sind Fachleute im Dunkeln.
Stiftung Blind-Liecht
Die Stiftung bezweckt die Förderung der Kultur des Blindseins sowie die Förderung des Dialogs bzw. des gegenseitigen Verständnisses zwischen Sehenden und Blinden. Zu diesem Zweck entwickelt und unterstützt sie Projekte, die Arbeitsplätze für Blinde und Sehbehinderte schafft. Die wichtigsten Projekte, die aus der Stiftung hervorgegangen sind, sind die blindekuh Zürich, der blindekuh-Pavillon an der Expo.02 und die blindekuh Basel. Der Stiftungsrat ist das oberste Organ der Stiftung und besteht aus fünf Mitgliedern. Die Mehrheit der Mitglieder ist blind oder sehbehindert.
Finanzielles
Ziel ist es, die blindekuh Betriebe selbsttragend, d.h. finanziell unabhängig auszustatten. Der Zürcher Betrieb schafft dies seit 2003. Für die Weiterentwicklung der Betriebe ist die finanzielle Unabhängigkeit nötig und von der Stiftung Blind-Liecht konzeptionell vorgesehen. Zwar sind die Restaurants – vor allem der Zürcher Betrieb – gut ausgebucht, doch die Betriebskosten sind höher als in anderen Gastronomie-Betrieben.
Internet
Die Internetseite ist gleichermassen für Blinde, Sehbehinderte und Sehende zugänglich. Die Seiten erfüllen die WAI Anforderungen (Web Accessibility Initiative) des World Wide Web Consortiums. Internetseiten, die diese Richtlinien einhalten, sind für Blinde und Sehbehinderte in vollem Umfang abrufbar, wobei auch Betriebssysteme und Browser keine Rolle spielen.
Aktuelle Situation
Die blindekuh Zürich ist das weltweit erste Dunkelrestaurant. Seit über zehn Jahren hat das Restaurant grossen Erfolg. Der Basler Betrieb hatte 2005 einen schwierigen Start und schaffte den Break Even bisher nicht. Mit der Anfangs 2010 eröffneten BarLounge und dem Eventraum werden zusätzliche Umsätze generiert, die mithelfen, 2012 den Breakeven zu erreichen. 2009 haben 33'000 Gäste die blindekuh Zürich und rund 16'000 die blindekuh Basel besucht.
Die Bekanntheit reicht dank vielen Medienberichten weit über die Landesgrenze hinaus. Das Konzept der blindekuh wurde bereits rund 20 Mal an verschiedenen Standorten der Welt kopiert – viel Know-how und langjährige Erfahrung stecken dahinter. Anspruchsvoll ist auch die Rekrutierung von geeignetem Personal.
Standort Zürich
Die blindekuh Zürich befindet sich mitten im Quartier Seefeld. In einer ehemaligen Methodistenkapelle bietet das Restaurant Platz für 70 Gäste. Rund 30 Mitarbeitende arbeiten Teilzeit. Die Mehrheit davon ist blind oder sehbehindert. Die Servicefachangestellten werden von Profis aus der blindekuh und externen Experten speziell geschult. In der Küche arbeiten Sehende. Das Restaurant ist mittags und abends geöffnet. Kulturanlässe finden zwei bis drei Mal im Monat statt. Bildungsanlässe können individuell gebucht werden.
Standort Basel
Die blindekuh Basel befindet sich im Herzen des Gundeldingerquartiers, auf einem ehemaligen Industrieareal. Vom Bahnhof erreicht man das Lokal in 10 Minuten zu Fuss. Das Restaurant befindet sich in einer grossen Halle der ehemaligen Maschinenfabrik der Sulzer- Burckhardt. Das 1'320 Quadratmeter grosse Gebäude wurde 1930 errichtet und der Industriecharakter ist vollständig erhalten. Der Raumanteil der blindekuh beträgt etwa 640 Quadratmeter. Im verdunkelten Restaurant stehen 120 Plätze, in der BarLounge rund 60 und im Eventraum bis zu 180 Plätze für die Gäste bereit. Etwa 32 Mitarbeitende sind in Basel beschäftigt. Rund die Hälfte davon ist blind oder sehbehindert. Die Servicefachangestellten wurden von Profis aus der blindekuh und externen Experten eigens geschult. In der Küche arbeiten Sehende. Im Herbst finden rund fünf Kulturanlässe im Dunkeln statt. Bildungsanlässe können individuell gebucht werden.
In Basel stehen im Obergeschoss zusätzlich zum Restaurant eine BarLounge und ein Eventraum auf rund 330 "nichtdunkle" Quadratmeter zur vielfältigen Nutzung bereit. Gäste können in einzigartiger, vom Industriecharme geprägter Umgebung einen Drink an der BarLounge geniessen oder die Möglichkeit nutzen, im Eventraum Anlässe wie Präsentationen, Schulungen, Feiern etc. durchzuführen und im Anschluss im Dunkelrestaurant zu speisen.
Facts and Figures
Eröffnung |
| blindekuh Zürich 1999 |
| bllindekuh Basel 2005 und 2010 |
Platzzahl |
| Zürich: 70 |
| 120 im Dunkeln |
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| 240 im Hellen |
Mitarbeitende: |
| Zürich rund 32 |
| Basel rund 30 |
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Stiftungsratsmitglieder Stiftungsrat Blind-Liecht:
Präsidium: Stefan Zappa, sehbehindert
Vize-Präsidium / Finanzen: Klaus Peretti, sehend
Bildungskommission: Christine Fasser, blind
Kulturkommission: Helen Latscha, blind
PR Öffentlichkeitsarbeit: Violanta von Salis, sehend
Ehrenmitglieder Stiftung Blind-Liecht:
Jürg Spielmann, blind
Andrea Blaser, blind
Thomas Moser, blind
Christine Huber, sehend
Pierre Antolinez-Fehr, sehend
Jürg Flück, blind
Lonni Jeker, Witwe von Guido Jeker, sehbehindert
Operative Leitung
Geschäftsführer Zürich: | Adrian Schaffner |
| Betriebsleiter Basel: | Patrick Blattmann |
Kulturverantwortliche Zürich: | Barbara Fischer |
| Kulturverantwortlicher Basel: | Roland Suter |
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blindekuh Zürich |
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| blindekuh Basel |
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Mühlebachstrasse 148 |
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| Gundeldingerfeld |
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8008 Zürich |
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| 4053 Basel |
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Telefon 044 421 50 50 |
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| Telefon 061 336 33 00 |
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Fax 044 421 50 55 |
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| Fax 061 336 33 05 |
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E-Mail zuerich (at) blindekuh.ch |
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| E-Mail basel (at) blindekuh.ch |
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Website www.blindekuh.ch

